Bibliothek des Kulturmanagements wird wieder erweitert
Gerade erschienen ist das Jahrbuch für Kulturmanagement 2011. Es widmet sich der vielfältigen Beziehung zwischen Kulturmanagement und Kulturpolitik, geht zurück auf die Ergebnisse der 5. Fachtagung des Fachverbands Kulturmanagement vor einem Jahr in Basel, wo es eine erste grundsätzliche Debatte über die Zukunft des Kulturbetriebs und die Position der Studiengänge hierzu gab.
Ebenfalls ein Jahrbuch ist der Band 11 in einer Reihe der Kulturpolitischen Gesellschaft. Das Jahrbuch Kulturpolitik 2011 beschäftigt sich mit den neuen digitalen Formen und Techniken, die die Bedingungen der Kunst- und Kulturproduktion ebenso stark verändern wie deren Rezeption. Den Kern des Jahrbuches bilden die Beiträge des 6. Kulturpolitischen Bundeskongresses »netz.macht.kultur. – Kulturpolitik in der digitalen Gesellschaft«, der am 9./10. Juni 2011 in Berlin stattfand.
Zum Jubiläumskongress Taten.Drang.Kultur am Institut für Kulturmanagement in Ludwigburg wird in Kürze nun die gleichnamige Publikation von Armin Klein vorliegen. Professor Klein ist der mit Abstand aktivste Autor im deutschen Kulturmanagement-Diskurs und feiert in wenigen Wochen seinen 60. Geburtstag. Er lässt in seinem neuesten Buch gemeinsam mit namhaften Autoren die Geschichte des Kulturmanagements in Deutschland Revue passieren und gibt Zukunftsvisionen.
Ein Wissenschaftsverständnis des Faches »Kulturmanagement« stärker zu erreichen, das akademischen Ansprüchen sowie Erfordernissen der Berufspraxis gleichermaßen gerecht wird, ist Anliegen eines Buchs von Patrick Glogner-Pilz und Patrick S. Föhl, das im September erscheinen wird.
Als Kulturpolitik von unten ordnet Tobias Knoblich die Soziokultur ein und wird beim VS Verlag im Frühjahr den Versuch unternehmen, die soziokulturellen Aufbrüche in Deutschland zu systematisieren und mit der gezielten Entwicklung einer Bürgergesellschaft in Verbindung zu bringen. Dabei wird er auch Fragen nach der Qualität und Professionalität von Soziokultur im Kontext von Kulturpolitik und Kulturmanagement stellen.
Ein Buch wird mit besonderer Spannung erwartet: Der Kulturinfarkt. Das Autorenquartett Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel und Stephan Opitz wird sich in diesem Sachbuch kritisch mit dem öffentlich subventionierten Kulturbetrieb auseinandersetzen. Zu viel Geld für die Kultur schade nur, so ihre provokante These. Dies passt zu den kulturpolitischen Debatten, die insbesondere bei der erwähnten 5. Jahrestagung des Fachverbands Kulturmanagement in Basel, aber auch beim 56. Kulturpolitischen Kolloqium 2011 in Loccum geführt wurden. Mitte März wird mit der Veröffentlichung im traditionsreichen Albrecht Knaus Verlag gerechnet.
Kulturpolitik neu erfinden heißt auch der Titel des Buchs von Dieter Kramer, das im Februar beim Klartext Verlag erscheinen soll. In der Schriftenreihe der Kulturpolitischen Gesellschaft wird der Kulturnutzer ins Zentrum der Betrachter gerückt. Mit Quellen aus Kulturgeschichte und Ethnologie wird daran erinnert, dass kulturelles Leben auch ohne Kulturpolitik stattfand. Umso mehr wird in der Publikation gefordert, den Nutzer ernster zu nehmen und Kulturpolitik stärker als Gesellschaftspolitik zu verstehen.
Die geschilderten Herausforderungen für den Kultursektor sollten jedoch nicht nur politisch, sondern auch managerial besprochen werden. Ein Handbuch Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement für Kulturbetriebe legt hier in Kürze Jochen Zulauf vor. Aktivierendes Kulturmanagement, so der Titel der Neuerscheinung bei transcript.
Ein neues Feld möchte Gernot Wolfram in einem Herausgeberband beleuchten: die internationale Projektarbeit und Vernetzung von Kulturmanagern. Welche Kompetenzen müssen Kulturmanager/-innen mitbringen, um auf dem internationalen und europäischen Markt erfolgreich zu sein? Welche Spielräume eröffnen sich für Kulturunternehmen? Diese und andere Fragen werden in Kulturmanagement und europäische Kulturarbeit erstmals behandelt.
Auch bei der spartenspezifischen Managementliteratur wird es in diesem Jahr wertvolle Ergänzungen geben. So erscheint bei transcript im April Die Praxis der Ausstellung zu musealen Konzepten für Dauer- und Sonderausstellungen. Etwa 2 Monate später lässt sich dieses Themenfeld durch ein Buch zum Projektmanagement ideal ergänzen: die perfekte Ausstellung, so der vielversprechende Titel, den Barbara Alder und Barbara den Brok gewählt haben. Weitere Bände zum Museumsmanagement plant der transcript Verlag in diesem Jahr zu den Bereich Urheberrecht, Migration und Partizipation.
Eine Einführung in das Theatermanagement gibt im Februar Thomas Schmidt. Damit erfährt auch die Reihe »Kunst- und Kulturmanagement« beim VS-Verlag eine Erweiterung.
In dieser Reihe möchte Peter M. Lynen Mitte 2012 das Feld des Kunstrechts mit drei Bänden erläutern. Nach einem Grundlagenbuch widmet er sich im Band 2 dem sog. Kunstgewährleistungsrecht, im Band 3 dann mit Schwerpunkten des Kunstwirtschaftsrechts.
Markus Lutz wird beim VS Verlag das Besuchermanagement im Kulturbetrieb näher beleuchten.
Und schließlich gibt Petra Schneidewind erstmals eine auf das Kulturmanagement bezogene Einführung in das Thema Controlling. Die Dozentin aus Ludwigsburg hatte bereits im Jahr 2006 erstmals zur Betriebswirtschaft im Kulturmanagement publiziert.
Sie sehen, mehr als 20 Bücher zu Theorie und Praxis des Kulturmanagements erwarten Sie 2012. Diese Neuerscheinungen dürften in jedem Fall zur weiteren Professionalisierung des Kulturbetriebs beitragen.
Quelle: Kulturmanagement Network




